Karl Nolle, MdL

DNN, 11.03.2002

Psycho-Loch & Turmwärter

Kommentar von Jürgen Kochinke
 
Im Dresdner Landtag macht sich einer Sorgen um Karl Nolle. Der schwergewichtige SPD-Aufklärer, raunt es durch die Flure, habe sein Betätigungsfeld verloren, die Affären von Kurt Biedenkopf. Nach dessen Rückzug werde er in ein Loch fallen – psychisch, versteht sich. Dem wollte Nolle wohl vorbeugen, er suchte eifrig und er fand: Minister Georg Brüggen, Bikos Mann fürs Grobe in der Staatskanzlei, solle neuer Landtagsdirektor werden, denn „eine Treuhand wäscht die andere“. Doch daraus wurde nichts, Brüggen dementierte. Nolle freilich lässt sich davon nicht entmutigen: „Dementis bin ich gewohnt, und manchmal stimmen sie sogar“.

Am interessantesten sind jene Nachrichten, die gar nicht erst erscheinen, weil sie zurück gezogen werden. Die von Kajo Schommer zum Beispiel: Der Wirtschaftsminister halte wenig von Dietmar Vettermann, dem Überraschungskandidaten im Rennen um die Biedenkopf-Nachfolge, meldete eine Agentur in der vergangenen Woche, dessen Bewerbung sei eine „Provinzposse“. Ein beachtliches Statement für einen Biedenkopf-Getreuen wie Schommer. Doch aus der Meldung wurde nichts, zwei Stunden später kam das Gegenteil – doch keine Posse, eine „interessante“ Bewerbung vielmehr. Schommer habe „seine eigene Aussage nachträglich korrigiert“, lautete die Erklärung. Dafür hatte wenigstens der Titel des Textes Bestand“ „Leuchtturmwärter auf Abschiedsfahrt“.
(Jürgen Kochinke)