Karl Nolle, MdL

BILD Dresden, 20.04.2001

Das bezahlt Gerhard Schröder für Wohnung und Auto!

4.656,82 DM für 150 qm und 686,05 DM im Monat für die täglichen Fahrten von und zur Arbeit
 
Aus der Villa ins Einzimmer-Appartment

So wie sich ein Kanzler bettet, so regiert er - gut; beziehungsweise schlecht. Darum steht für die Republik Bedeutendes auf dem Spiel, wenn Schröder demnächst seine Schlafstatt wechselt: die Amtsvilla im vornehmen Stadtteil Grunewäld wird aufgegeben, statt dessen ein Einzimmer-Apartment im neuen Kanzleramt am Spreebogen bezogen.

Der Vorteil: Schröder kann morgens eine halbe Stunde länger schlafen, weil die Fahrt ins Büro entfällt, und er spart etwa dreieinhalbtausend Mark. Geld, das er gebrauchen kann.

Für die privat genutzten Räume in der Amtsvilla (Schröder: „Ich war dort ja meistens nur zum Schlafen") wurden ihm vom Bund monatlich 4656,82 Mark für knapp 150 qm in Rechnung gestellt; plus 686,05 Mark Vorauszahlung für die Benutzung des Dienstwagens auf dem Weg zur und abends von der Arbeit. Das Einzimmer-Apartment – ein Stock über seinem Arbeitszimmer, ursprünglich vom Architekten lediglich als Ruheraum gedacht – hat einschließlich des Waschraumes und Toilette schätzungsweise nur 50 qm. Die Miete muss noch von der Oberfinanzdirektion festgesetzt werden.

Der Wohnraum ist unvorteilhaft, alldieweil schräg zugeschnitten, hat außer einem Einbauschrank gerade mal Platz für ein Doppelbett.

Kommt Frau Schröder Köpf auf Besuch, muss für Tochter Klara ein Klappbett aufgeschlagen werden. Ursprünglich war die Kanzlergattin überhaupt dagegen, dass ihr Mann dort schläft - wegen vieler unter dem Fußboden verlegter Kabel. „Gerd könnte verstrahlt werden."

Nun sagt sie: „Schau'n mer mal." Die endgültige Lösung scheint noch nicht gefunden. Kanzlergattin und Töchterchen bleiben in Hannover wohnen.

Für die frei werdende Amtsvilla in Grunewald interessiert sich der Bundespräsident – zunächst für die Unterbringung von Staatsgästen. Später eventuell für sich selbst.
(von Mainhardt Graf Nayhauß)