Karl Nolle, MdL

Dresdner Morgenpost, 21.05.2001

Es riecht nach Angst

Kommentar von Stefan Rössel
 
DRESDEN. So viele Sicherheitsmaßnahmen hat es noch nie gegeben bei einer Zeugenvernehmung durch einen Untersuchungsausschuss des Sächsischen Landtags. Der Zeuge Michael Muster, engagierte einen Rechtsanwalt, und seine Aussagegenehmigung ist eingeschränkt. Das riecht nach Angst, auch wenn es rechtens ist.

Aber wer hat Angst? Vielleicht der Zeuge Muster. Das wäre verständlich. Immerhin ist er schon 1998 nur mit knapper Not an einem Ermittlungsverfahren wegen Untreue in der Sache Paunsdorf u.a vorbeigeschrammt. Da will er gewiss keinen neuen Verdacht gegen sich schüren.

0der vielleicht doch eher Ministerpräsident Kurt Biedenkopf? Schließlich ist die Opposition so gespannt auf Musters Aussage, weil sie ihn für eine Schlüsselfigur hält. Der Zeuge sollte als Erster Auskunft über die heikle Frage geben können, ob sich Biedenkopf persönlich für den mit ihm befreundeten Investor Heinz Barth bei Paunsdorf eingemischt hat.

Muster ist jedenfalls in der Zwickmühle. Sagt er nichts, könnte alles an ihm kleben bleiben. Sagt er alles, droht ihm Ungemach wegen Verstoßes gegen das Beamtengesetz.
(Stefan Rössel)

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