Karl Nolle, MdL

http://www.mdr.de/sachsen/aktenaffaere-einstellung100.html, 23.10.2013

"Sachsensumpf" -: Verfahren gegen ehemalige Zwangsprostituierte eingestellt

 
Das Amtsgericht Dresden hat das Verfahren gegen zwei ehemalige Zwangsprostituierte des Leipziger Kinderbordells "Jasmin" vorläufig eingestellt. Eine Gerichtssprecherin erklärte MDR SACHSEN, es gebe gesundheitliche Gründe. Von Zeit zu Zeit werde geprüft, ob das Verfahren weitergehen könne.

Die beiden Frauen sind wegen Verleumdung angeklagt. Ihnen wird vorgeworfen, absichtlich unwahre Angaben zu früheren Freiern gemacht zu haben. Sie hatten ausgesagt, zwei hochrangige Juristen der sächsischen Justiz als Bordellbesucher wiedererkannt zu haben. Die Beschuldigten weisen diese Vorwürfe zurück und stellten Strafanzeige.

Geschichte reicht bis in die 1990er-Jahre zurück
 
Das Verfahren gegen zwei frühere Prostituierte, die sächsische Juristen belasten, ist vorläufig eingestellt.Die Geschichte zu dem Fall liegt fast zwanzig Jahre zurück. Die beiden damals 16-jährigen Mädchen waren bis 1993 im Leipziger Bordell "Jasmin" zur Prostitution gezwungen worden. Ende Januar 1993 wurde das "Jasmin" ausgehoben und der Betreiber Michael W. verhaftet. Ein Jahr später wurde er zu vier Jahren Haft verurteilt. Im Vorsitzenden Richter dieses Prozesses will Mandy Kopp, eine der beiden Angeklagten, einen der Freier erkannt haben.

In den weiteren Ermittlungen um das Bordell und mögliche Korruptionsaffären wurden beiden jungen Frauen im Sommer 2000 von Polizisten Fotos vorgelegt. Auch da erkannten sie nach ihrer Aussage die Freier wieder. Ende 2007 wurden mögliche "Sachsensumpf"-Vorwürfe öffentlich. Dabei ging es unter anderem um angebliche Verstrickungen der Justiz in das Rotlichtmilieu. Im Zusammenhang mit den dazu geführten Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Dresden wurden im April 2008 acht ehemalige Zwangsprostituierte aus dem "Jasmin" befragt. Mandy Kopp und Beatrix E. wiederholten auch zu diesem Zeitpunkt ihre Aussage. Die Staatsanwaltschaft erklärte wenig später die erhobenen Korruptions- und Rotlichtvorwürfe für haltlos.

Zuletzt aktualisiert: 23. Oktober 2013, 14:18 Uhr

Karl Nolle im Webseitentest
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