Karl Nolle, MdL

Saarbrücker Zeitung, 22.04.1995

Ostdeutsche Drucker holen langsam auf

 
DRESDEN. Trotz gleicher Technik erreichen die ostdeutschen Druckbetriebe erst 70 Prozent der Produktivität der alten Länder. Das sagte der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Druck, Walter Hesse, am Freitag in Leipzig. Während die westdeutsche Druckindustrie im vergangenen Jahr einen Umsatz von 34,8 Milliarden Mark erzielte, lag dieser in den neuen Ländern bei lediglich 1,8 Milliarden Mark.

Hesse führte dies auf die im Westen jahrzehntelang eingespielten Produktionsstrukturen und die stärkere Eigenkapitaldecke zurück. Viele Unternehmen im Osten hätten "immens hohe" Rückstände, da sie Kredite zurückzahlen müßten. "Der Osten war ein Land von Umschülern, auch in der Druckindustrie", erklärte der stellvertretende Vorsitzende des Druckindustrieverbandes Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt, Karl Nolle. In der Druckindustrie der neuen Länder fehle es an qualifizierten Fachkräften. Die Talsohle in der Branche sei jedoch eindeutig durchschritten, erklärte Nolle.
(ap)